Was ist BibTeX?

BibTeX ist ein Programm, mit dem man Literaturangaben und Bibliographien erstellen kann. Es benutzt dazu Zitatverweise in einem LaTeX-Dokument, die es sammelt und mit Daten aus einer separaten Datei mit der Endung .bib abgleicht. Das Aussehen der Verweise und der Literaturliste lässt sich durch bst-Dateien beeinflussen (bst steht für bibliography style). Diese sind in einer nicht weiter benannten Programmiersprache abgefasst, die in Form einer Stackmaschine mit nur wenigen Befehlen funktioniert. Wer einen BibTeX-Stil schreiben oder anpassen will, muss daher die Arbeitsweise von Stackmaschinen verstehen – sie haben einen ganz anderen Ansatz der Computerprogrammierung als die gängigen Sprachen wie C, Java, Pascal etc. Die Anpassung eines Bibliographiestils ist also nicht gerade trivial. Es gibt aber sehr viele bibliography styles, die unterschiedliche Vorgaben erfüllen. Eine Auswahl davon kann man anhand von Beispielen auf der Seite BibTeX style examples bewundern.

Eine kurze Einführung in die Verwendung von BibTeX (in englisch) gab Jürgen Fenn im PracTeX Journal (2006), Heft 4: Managing Citations and Your Bibliography with BibTeX.

Für Geisteswissenschaftler ist vor allem das Paket biblatex zu empfehlen. Es ist wesentlich flexibler als der jahrelange Marktführer jurabib, der zur Zeit nicht mehr weiterentwickelt wird. Die Optionen von jurabib lassen viele Einstellungsmöglichkeiten zu und ich habe es jahrelang verwendet; allerdings ist nicht alles machbar und für manches deshalb eine Einarbeitung in die BibTeX-Programmierung nötig. Ich bin daher mittlerweile komplett auf biblatex umgestiegen.

In Zukunft soll BibTeX 1.0 noch viel mehr können als das aktuelle BibTeX 0.99 – einen interessanten (englischen) Aufsatz dazu hat der BibTeX-Entwickler Oren Patashnik im TUGBoat 24/1 (2003) veröffentlicht: BibTeX yesterday, today, tomorrow (PDF, 6 Seiten).

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