Dissertation

In meinem Studium habe ich mich vor allem mit dem Hochmittelalter auseinandergesetzt, und da ich nebenbei Norwegisch gelernt habe, hat es mich zur skandinavischen Geschichte gezogen. In meiner Dissertation habe ich Skandinavier gesucht, die mindestens einmal in ihrem Leben eine Fernreise gemacht haben, und habe ein Verzeichnis dieser Personen mit kurzen Beschreibungen angefertigt (also eine Prosopographie). Auf der Basis dieses Verzeichnisses, das alle Reisenden zwischen 1000 und 1250 enthält, die ich in den Quellen finden konnte, habe ich dann verschiedene Untersuchungen angestellt: Welche Ziele haben Skandinavier angesteuert? Aus welchen Gründen sind Sie gereist? Welche Wege haben sie genommen? Wie hat sich die Mobilität entwickelt? Was haben die Reisenden in ihre Heimat mit zurückgebracht an Gegenständen und Ideen? Diese letzte Frage, also die nach dem »Kulturtransfer«, habe ich dann anhand eines konkreten Fallbeispiels – Øystein Erlendsson, der im 12. Jahrhundert Erzbischof von Trondheim war – näher untersucht. Zur steigenden Mobilität, die vor allem ab dem 12. Jahrhundert zu verzeichnen ist, trugen nicht zuletzt die kirchlichen Strukturen bei, die den Rahmen bildeten für persönliche Netzwerke, die einen schnellen Austausch zwischen Nord- und Südeuropa ermöglichten. Das fertige Buch ist unter dem Titel »Skandinavier unterwegs in Europa (1000–1250). Untersuchungen zu Mobilität und Kulturtransfer auf prosopographischer Grundlage« im Akademie-Verlag erschienen.